eigentlich war das ja mal ein höchst geschäftlicher Blog, aber da wir alle Infos ums Fotostudio ja auf www.grinsekatz.com/blog verlegt haben…
vor langer Zeit hat mir Gabriel von Suralin mal ein Stöckchen zum Thema “Inspriration” zugeworfen, das ich schon lange mal aufheben wollte…und immer liegengelassen habe.
Diese Woche gab es aber doch tatsächlich mal einen Anlass mich zum Thema zu äussern: “Boys for Pele” das dritte Studioalbum von Tori Amos feierte seinen 15. “Geburtstag”. Nun bin ich generell ein music addict, aber wenn ich nur ein Album auf die berühmte Insel mitnehmen könnte, nur eines aus dem brennenden Haus retten… ich würde alle anderen vermissen, aber ohne dieses könnte ich nicht leben. Es gehört in mein Leben wie ich selbst..
Es ist anstrengend, traurig,romantisch, gar hysterisch zuweilen, es geht mit mir durch alle Höhen und Tiefen, die es selbst hat. Die “song creatures” wie Tori Amos sie selbst bezeichnet haben sich in mir eingeprägt und mein Leben beeinflußt.
“caught a lite sneeze”,”blood roses” und “talula” sind mein Zähneknirschen und meine Ausraster, “hey jupiter” hat mir in schlimmen Zeiten übern Kopf gestreichelt wie es kein Mensch konnte.
http://www.youtube.com/watch?v=yCj5Hm3Ci8c
http://www.youtube.com/watch?v=g1RFu3SOmak
http://www.youtube.com/watch?v=MnSeoumJfuQ
und das Klavier und die stimmliche Dreiheiligkeit von “father lucifer” (pun intended) nehmen mir nach Jahren noch den Atem…wenn ich mal groß bin werde ich dieses Lied heiraten
Boys for Pele ist übrigens nicht der Suchauftrag für eine brasilianische Fußballmannschaft, es handelt sich bei Pele um eine männerfresende hawaianische Vulkangöttin.. Noch Fragen .. ?
Wer jetzt meint, das Ganze wäre ein feministischer Auswurf hat recht. Vielleicht. Oder auch nicht. Die Platte ist unverhohlen aus Schmerz und Wut entstanden undversteckt dies nicht. Wer also mit – teils heftigen- musikalischen Gefühlsausbrüchen nichts anfangen kann wird Pele nicht mal bis zur Hälfte durchstehen. Wenn man sich aber darauf einlassen kann, entführt einen die Platte in Klangwelten, die in der Popmusik sonst schwerlich zu finden sind, Instrumente wie Cembalo,Clavicord und Kirchenglocken wurden aus der musikalischen Mottenkiste herausgeholt, Trompeten und Streicher umschmeicheln den warmen,vollen Klang des für Tori Amos obligatorischen Bösendorfer Flügels,der soviel altmodischer und märchenhafter klingt als die üblichen 3 Begleitakkorde in den Charts. Die Texte sind genial (but honey do drop in at the DEW DROP INN) aber kryptisch. Sie werfen Fragen auf, lassen dich nach Innana, dem roten Baron, nach Hoboken,Iona und Agent Orange googeln. Bildungsplatte sozusagen. Und doch verraten die Songs selten ihre Geheimnisse. Aber seit Pele weiß ich, daß Cembalos rocken, habe angefangen Klavier zu spielen (nein es ist nicht so leicht,wie es bei ihr aussieht…) und bin glücklich wie jemand die Welt in meinem Kopf und meinem Herz vertont hat.
Und wenn ich heute abend nach Hause fahre, werden sie neben mir auf dem Beifahrersitz sein, oder im Wald vor Petznick oder zuhause auf dem Fensterbrett sitzen, die song beings. Manchmal machen sie Platz für andere Lieder, aber sie sind nie weit weg…always a good friend at 11 pm
Danke Tori Amos und Happy Birthday Pele !
Wer bis hierher gekommen ist, muss tatsächlich interessiert sein…um alle anzunehmenden Fragen zu beantworten:
Nööö, weder Tori Amos noch ich haben einen an der Waffel (bei mir bin ich GANZ sicher)
und hier gibts die Platte und ja, die anderen Alben sind eigentlich genauso gut.
Und ich schreibe sonst keine sentimentalen Rezensionen


